Zum Jahresende kaufen Tausende Autofahrer ihre Vignette für das kommende Jahr. Die gute Nachricht für alle, die in der Slowakei und in Tschechien unterwegs sind: Auf beiden Seiten der Grenze sollen die Preise 2027 stabil bleiben. Die weniger gute: Rund um Gültigkeit, Anhänger und den Autoverkauf halten sich Halbwahrheiten, die bares Geld kosten.
Slowakei: Preise bleiben 2027 unverändert
Der slowakische Verkehrsminister hat Ende September bestätigt, dass die Vignettenpreise im kommenden Jahr nicht steigen. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen gelten damit weiterhin diese Sätze:
- 365-Tage-Vignette: 90 €
- 30 Tage: 17,10 €
- 10 Tage: 10,80 €
- 1 Tag: 8,10 €
Zur Einordnung: Die Jahresvignette wurde in der Slowakei zuletzt 2025 teurer, damals stieg sie von 60 auf 90 Euro. Die Preisgarantie ist also kein Rabatt, aber wer regelmäßig in die Slowakei fährt, kann wenigstens kalkulieren.
Tschechien schafft die automatische Erhöhung ab
In Tschechien stieg der Preis bisher jedes Jahr automatisch mit der Inflation. Damit soll Schluss sein: Das Abgeordnetenhaus hat eine Novelle beschlossen, die diese automatische Anpassung streicht. Die Sätze für 2027 sollen damit auf dem Niveau von 2026 bleiben – Jahresvignette 2 570 CZK (rund 105 €), 30 Tage 480 CZK, 10 Tage 300 CZK und ein Tag 230 CZK. Die Novelle muss allerdings noch den Senat passieren und vom Präsidenten unterzeichnet werden.
Eine Detailänderung dürfte vor allem Transitreisende freuen: Die Tagesvignette soll künftig 24 Stunden ab Kauf gelten statt nur bis Mitternacht desselben Tages. Wer bisher um 22 Uhr auf die Autobahn auffuhr, zahlte 230 CZK für zwei Stunden Fahrt.
Elektro- und Wasserstofffahrzeuge fahren auf tschechischen Autobahnen weiterhin kostenlos. Erdgas- und Biomethanfahrzeuge zahlen die Hälfte, Plug-in-Hybride mit bis zu 50 g CO2/km ein Viertel des Satzes – also 1 280 CZK beziehungsweise 640 CZK im Jahr. In der Slowakei gibt es diese Befreiung für Elektroautos nicht.
Die Jahresvignette gilt nicht von Januar bis Dezember
Das ist das häufigste Missverständnis. Weder die slowakische noch die tschechische „Jahresvignette“ ist an das Kalenderjahr gebunden. Sie gilt 365 Tage ab dem Datum, das Sie beim Kauf wählen. Am 1. Januar eine neue Vignette zu kaufen, während die alte noch bis Februar läuft, ist also schlicht verschenktes Geld.
Die tschechische Vignette lässt sich zudem im Voraus kaufen und bis zu 90 Tage später aktivieren. Wer im Januar nach Prag oder ins Riesengebirge fährt, kann das also jetzt schon erledigen und muss nicht an der Grenztankstelle suchen.
Anhänger, Wohnwagen und die Fahrzeugklasse im Schein
In der Slowakei gilt die Vignettenpflicht für zweispurige Kraftfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen bis 3,5 Tonnen sowie für Fahrzeuge der Klasse M1 unabhängig vom Gewicht. Daraus folgt eine Regel, die Urlauber mit Anhänger regelmäßig übersehen: Überschreitet die gesamte Kombination 3,5 Tonnen, brauchen Sie eine zweite Vignette für den Anhänger. Bei leichteren Gespannen bis 3,5 Tonnen genügt eine.
In Tschechien gilt die zeitabhängige Gebühr für Fahrzeuge mit mindestens vier Rädern und einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 Tonnen; schwerere Fahrzeuge zahlen die kilometerabhängige Maut. Entscheidend ist in beiden Ländern der Eintrag im Fahrzeugschein, nicht das tatsächlich geladene Gewicht.
Was ohne Vignette droht
In der Slowakei überwachen Kameras die Gültigkeit, und es haftet der Fahrzeughalter. In der Praxis kommt ein Bußgeldbescheid über 150 €, bei Zahlung innerhalb von 15 Tagen reduziert auf 100 €. Im Verwaltungsverfahren können es mehrere hundert Euro werden, und verhängt werden kann die Strafe bis zu zwei Jahre nach der Fahrt – ausländische Kennzeichen schützen nicht davor.
In Tschechien gibt es keine flächendeckende Kamerakontrolle; den Verstoß ahnden Polizei und Zollverwaltung. Vor Ort drohen bis zu 5 000 CZK, im Verwaltungsverfahren bis zu 20 000 CZK und bei missbräuchlich beanspruchter Befreiung sogar bis zu 100 000 CZK.
Gebrauchtwagen gekauft? Die Vignette hängt am Kennzeichen
Die Vignette ist nicht an eine Person gebunden, sondern an das Kennzeichen. Wechselt das Auto den Besitzer und behält es sein Kennzeichen, geht die Vignette auf den neuen Eigentümer über – genau wie früher die Klebevignette hinter der Scheibe. Bei einer Jahresvignette mit mehreren Monaten Restlaufzeit sind das schnell mehrere Dutzend Euro, also ruhig bei der Besichtigung danach fragen und die Gültigkeit im System prüfen.
Ändert sich das Kennzeichen, etwa beim Export nach Deutschland oder Österreich, wandert die Vignette nicht automatisch mit. Die Änderung muss über ein Formular auf dem offiziellen Portal gemeldet werden, mit den Papieren beider Fahrzeuge. Auf ein komplett anderes Auto lässt sich eine Vignette nicht übertragen.
Nur auf den offiziellen Seiten kaufen
In der Suche stehen oft bezahlte Anzeigen von Seiten ganz oben, die den offiziellen Shop nachbauen und eine „Service-“ oder „Umweltgebühr“ aufschlagen. Der Unterschied liegt häufig im zweistelligen Eurobereich, im Extremfall beim Doppelten des regulären Preises. Offiziell sind eznamka.sk für die Slowakei und edalnice.gov.cz für Tschechien sowie ausgewählte Tankstellen, Postfilialen und Selbstbedienungskioske.
Weniger Fixkosten für ein Auto, das nur steht
Vignette, Versicherung, Wartung – für ein Fahrzeug zu zahlen, das nur vor dem Haus steht, lohnt sich nicht. Bei AutoCasa bieten Sie es anderen Fahrern kostenlos an: Inserate ohne Verkaufsprovision und ohne Limit, das Hervorheben ist freiwillig und beginnt bei 1,50 €. Neben Pkw gibt es Kategorien für Motorräder, Nutz- und Lastfahrzeuge, Busse, Anhänger, Ersatzteile, Felgen und Reifen sowie Fahrräder.
Wer umgekehrt auf dem slowakischen oder tschechischen Markt kauft, sollte im Inserat auf die Fahrzeugklasse und die Anhängelasten achten – und den Verkäufer fragen, bis wann die Vignette bezahlt ist.
Die Angaben beziehen sich auf die Regeln in der Slowakei (Gesetz Nr. 488/2013 Z. z.) und in Tschechien (Gesetz Nr. 13/1997 Sb.) im Stand vom 2. Oktober 2026; die tschechische Novelle zur Abschaffung der automatischen Preisanpassung war zu diesem Zeitpunkt vom Abgeordnetenhaus beschlossen. Es handelt sich nicht um deutsche oder österreichische Vorschriften. Prüfen Sie vor Fahrten in weitere Länder die dortigen Regeln.





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